Scheunenviertel ohne Legenden

17.00 Uhr, 120 min.
Samstag, 28.05.16
Ecke Weydingerstraße/Kleine Alexanderstraße
Oranienburger Straße
11

Was wurde im ersten Jüdischen Museum ausgestellt? Wofür war die Mulackritze berühmt? Warum gab es bereits 1923 ein Pogrom im Scheunenviertel?

„Kein Ostjude geht freiwillig nach Berlin“ schrieb Joseph Roth 1927 und meinte damit die vor der antisemitischen Gewalt in Osteuropa geflohenen Juden, die sich häufig im verarmten Scheunenviertel niederließen. Das Viertel südlich der Volksbühne dient seit langem der Mystifizierung des „Berliner Schtetl“. Wir wagen einen Blick hinter die Fassaden und erkunden ostjüdische Lebenswelten zwischen Authentizitätsanspruch und Assimilationsdruck, zwischen Solidarität, Illegalisierung und Gewalt bis zur Vernichtung im Nationalsozialismus. Dabei werden wir manche Fragen aufgreifen, die uns auch in aktuellen Migrationsdebatten begegnen.

Die Tour beginnt an der Ecke Weydingerstraße/Kleine Alexanderstraße und endet etwa 120 min. später an der Oranienburger Straße.

Kolonialer Wedding

18.00 Uhr, 120 min.
Anfang Juni 2016
Ecke Samoastraße/Kiautschoustraße
Kameruner Straße
11

Wieso gibt es  in Tsingtao noch immer deutsches Bier? Was machte Bismarck in Neuguinea? Wo liegt die Perle der Südsee? Und warum gibt es ein Afrikanisches Viertel in Berlin?

 

Unser Stadtspaziergang thematisiert vor allem die alltagsgeschichtlichen Ausprägungen des deutschen Kolonialismus im Berliner Norden. Wir erkunden die Kontinuitäten der deutschen Kolonialmedizin, beschäftigen uns mit den zahlreichen kolonialen Gewalttaten und Skandalen und hinterfragen das Traditionsverständnis mancher Berliner Kleingartenvereine. Dabei lernen wir auch eine originelle Methode der Vergangenheitsentsorgung kennen.

Unser Rundgang beginnt an der Ecke Samoastraße/Kiautschoustraße und endet etwa 120 min. später an der Kameruner Straße.

 

Angebote für Schulen

Individuelle Angebote
auch in Leichter Sprache
Berliner Alltagsgeschichte
für alle verständlich

Für Schulen bieten wir folgende Touren an:

- Kreuzberg im Schatten der Mauer

- Migration und alternative Lebensstile in Berlin

- Berlin im Kalten Krieg

- Armut und prekäres Überleben

- Kolonialgeschichte Berlins

- Ostjüdisches Leben im Scheunenviertel

- Berliner Filmgeschichte

Wir bieten auch Führungen in Leichter Sprache an.

Wünschen Sie ein individuelles Angebot? Dann rufen Sie uns einfach an oder schreiben uns:

szollhauser@berliner-spurensuche.de

Prekäres Berlin

Zur Geschichte der Armut

18.00 Uhr, 120 min
Dienstag, 31.05.16
Ecke Bernauer Straße/Ackerstraße
an der Kösliner Straße
11

Wie funktioniert ein Mieterstreik? Was ist ein Lausoleum? Gab es in der Wiesenburg wirklich nur arme Ritter?

Auf unserer Stadttour erkunden wir die Geschichte der Armut im Wedding, begleiten stellungslose Dienstmädchen und bettelnde Kriegsinvaliden, besuchen ein ehemaliges Obdachlosenasyl und lernen verschiedene Protestformen und Eigeninitiativen kennen.

Der Rundgang startet an der Ecke Bernauer Straße /Ackerstraße und endet nach ca. 2 Stunden an der Kösliner Straße.

Koloniales Berlin

quer durch Mitte

17.00 Uhr, 120 min.
Anfang Juni 2016
Ecke Wilhelmstraße / Behrenstraße
Potsdamer Platz
11

Wieso gibt es in Tsingtao deutsches Bier? Was passierte im Passage-Panoptikum? Und wer hatte Angst vorm Schwarzen Mann?

 

 

 

 

 

 

Unser Stadtspaziergang zur deutschen Kolonialgeschichte thematisiert vor allem seine kulturgeschichtlichen Ausprägungen in der Metropole Berlin. Kolonialmigration, Welthandel, Rassismus und Exotismus, koloniale Gewalt und ihre Rückwirkungen sind dabei einige der Themen, auf deren Spuren wir die Stadt erkunden.

Der Stadtrundgang beginnt an der Ecke Wilhelmstrasse/Behrenstrasse und endet etwa 120 min. später am Potsdamer Platz.

Koloniales Neukölln

11.30 Uhr, 120 min
Juni 2016
Ecke Columbiadamm/Lilienthalstraße
Hermannplatz
11

Was passierte bei einer “Völkerschau”? Wie kam der Kaffee nach Neukölln? Wozu dienten koloniale Geiselnahmen?

Unser Rundgang thematisiert vor allem die alltagsgeschichtlichen Ausprägungen des deutschen Kolonialismus in der wachsenden Großstadt Rixdorf/Neukölln. Kolonialkrieg und Zwangsmigration, Rassismus und Welthandel, koloniale Gewalt und ihre Rückwirkungen sind dabei einige Themen, auf deren Spuren wir die Stadt erkunden. Auch die aktuelle Erinnerungskultur und -politik wird uns beschäftigen. Dabei lernen wir auch einen gewissen Wissmann kennen.
Unser Stadtspaziergang startet an der Ecke Lilienthalstraße/Columbiadamm und endet etwa 120 min. später am Hermannplatz.

Kreuzberger Gaunertour

17.00 Uhr, 120 min
Ende Mai 2016
Ecke Lange Straße/Andreasstraße
Lausitzer Platz
11

 

Warum trieben Frauenhände im Luisenstädtischen Kanal? Wer gewann die Schlacht am Schlesischen Bahnhof? Und was sagte Gereon Rath dazu?

Unser Stadtspaziergang folgt den berüchtigten Ringvereinen, befragt einen bekannten Massenmörder und beschäftigt sich mit der politischen Straßengewalt in der Spätphase der Weimarer Republik. Dabei werden wir auch die Bedeutung eines Vogels beim Verhör und die Extravaganzen mancher Hausbesetzer_innen kennenlernen.

Die Tour beginnt an der Ecke Lange Straße/Andreasstraße (Nähe Ostbahnhof) und endet etwa 120 min. später am Lausitzer Platz.

 

Jenseits des Eisernen Kreuzes

16.00 Uhr, 120 min
Juni 2016 mit dem Fahrrad
Ecke Sixtusgarten/Methfesselstraße vor dem Brauereigelände
Vor der Moschee Columbiadamm
11

Krieg und (manchmal) Frieden in der Hauptstadt.

Warum heißt Kreuzberg eigentlich Kreuzberg? Was verbirgt sich hinter den Backsteinbauten an der Friesenstraße? Wer pinkelte an die Paradepappel?

Kaum eine Stadt wurde in den letzten zwei Jahrhunderten so stark vom Militär geprägt wie Berlin. Unzählige Bauten, Denkmäler, Straßennamen, Gullideckel sind stumme, oft übersehene Zeugen dieser Zeit. Unsere Stadtspazierfahrt beschäftigt sich mit dem Alltag von ZwangsarbeiterInnen,  Soldaten und Zivilbevölkerung wie auch mit den Auswirkungen kriegerischer Gewalt. Aber auch Formen der Erinnerung und Verdrängung militärischer Präsenz und Zerstörung werden wir kennenlernen.

Unsere Stadtrundfahrt startet an der Ecke Sixtusgarten/Methfesselstraße vor der Brauerei und endet nach ca. 2 Stunden vor der Moschee am Columbiadamm. Bitte Fahrräder mitbringen.

Licht ins Dunkel

Das kriminelle Berlin

18.00 Uhr, 120 min.
Mittwoch, 25.05.16
Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91
Hauptbahnhof
11

Was machte der Hauptmann von Köpenick vor dem Kriminalgericht? Wieso lief man im Zellengefängnis im Dreieck? Was machte die Brüder Saß berühmt?

Auf unserem Stadtspaziergang beschäftigen wir uns mit einigen bekannten und unbekannten Kriminalfällen und erforschen den Wandel von Strafverfolgung und Strafvollzug in den letzten 150 Jahren. Dabei werden wir auch eine Anleitung zum misslungenen Bankeinbruch und ein echtes Gefängnis von innen kennenlernen.

Die Tour beginnt vor dem Kriminalgericht in der Turmstrasse in Moabit und endet etwa 120 min. später auf der Nordseite des Hauptbahnhofs.

Sex in the City

Sexualität und Erotik in der Metropole

14.00 Uhr, 120 min.
Samstag, 28.05.16
Haus der Kulturen der Welt, vor dem Wasserbecken
Reichstag
11

Gab es in der Kroll-Oper wirklich nur Wagner und Rossini? Wer hatte das Dritte Geschlecht? Wo gab es die grösste wissenschaftliche Dildo-Sammlung der Welt?

Unser Stadtspaziergang begibt sich auf die Spurensuche nach Sexualität und Erotik im modernen Berlin. Aufbau und Ende des ersten Sexualwissenschaftlichen Instituts  werden uns ebenso beschäftigen wie die Zensurgeschichte des erotischen Films und Homosexuellenskandale im Umkreis des Kaisers. Auch die besondere Bedeutung von Schüsselanhängern werden wir entschlüsseln.

Der Rundgang beginnt vor dem Haus der Kulturen der Welt und endet etwa 120 min. später in der Nähe des Potsdamer Platzes.

Der Stadtspaziergang eignet sich auch für einen Junggesellinnen- oder Junggesellenabschied.

Portrait-Henningaktuell

Henning Holsten

Historiker, Ausstellungs- und Filmemacher, ist (leider) nicht mit der Hamburger Großbrauerei verwandt. Gräbt gerne großflächig in seiner Wahlheimat Neukölln und stöbert am liebsten in den Wunder- und Gruselkammern der Historie.

Portrait-Katrin

Kathrin Boy

Politikwissenschaftlerin, arbeitet an der Zukunft, ohne das Vergangene aus den Augen zu verlieren. Interessiert sich für den Protest auf der Straße und organisiert gern.

Portrait-Stefan

Stefan Zollhauser

Historiker und Medienpädagoge, neben seiner Arbeit im Filmmuseum und am neuen Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße wühlt er gerne in Archiven und interessiert sich für den Alltag  gewöhnlicher Leute und manche Abgründigkeiten. Arbeitet am liebsten im Freien und mag keine Monologe.

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